Das Wichtigste für ein gelungenes bretonisches Ofendessert
- Herkunft: Der Auflauf stammt aus der Bretagne und erinnert an einen festen Eierpudding.
- Grundzutaten: Milch, Eier, Mehl, Zucker und Backpflaumen bilden das klassische Rezept.
- Backzeit: Bei etwa 180 °C braucht der Dessertauflauf meist 45 bis 55 Minuten.
- Entscheidend: Der Teig sollte vor dem Backen ruhen, damit Mehl und Flüssigkeit gut miteinander verbinden.
- Servieren: Lauwarm schmeckt die Spezialität besonders cremig, gekühlt wird sie deutlich kompakter.

Was den Far Breton so besonders macht
Die bretonische Spezialität gehört zur Familie der einfachen Ofendesserts. Ihr Teig besteht aus wenigen Zutaten, die ähnlich wie bei einem Crêpe verrührt werden. Im Ofen entsteht daraus jedoch kein dünner Pfannkuchen, sondern eine weiche, puddingartige Masse mit goldbrauner Kruste.
Traditionell kommen entsteinte Backpflaumen hinein. Sie bringen Süße, Fruchtigkeit und eine leicht karamellige Note mit. Manche Familien bereiten den Auflauf auch ohne Früchte zu, doch für mich gehört die Kombination aus cremigem Teig und saftigen Pflaumen zum eigentlichen Charakter des Desserts.
In der Bretagne wird das Gericht häufig als farz forn bezeichnet, also sinngemäß als im Ofen gebackener Teig. Der Name erklärt die Zubereitung besser als die deutsche Bezeichnung „Pflaumenauflauf“, denn die Konsistenz liegt zwischen Flan, Clafoutis und festem Milchpudding.
Das klassische Rezept mit Backpflaumen
Die folgende Menge reicht für eine runde Form mit etwa 24 Zentimetern Durchmesser und ergibt ungefähr 6 Portionen. Ich empfehle eine flache Keramik- oder Glasform, weil der Teig darin gleichmäßig stockt und die Oberfläche schön bräunt.
Zutaten
- 500 ml Vollmilch
- 4 Eier, Größe M
- 100 g Weizenmehl, Type 405 oder 550
- 100 g Zucker
- 200 g entsteinte Backpflaumen
- 20 g Butter für die Form
- 1 Prise Salz
- 1 Teelöffel Vanilleextrakt oder 1 Päckchen Vanillezucker
- optional 2 Esslöffel Rum
Zubereitung
- Die Backpflaumen in eine Schüssel geben und mit heißem Wasser übergießen. Nach etwa 20 Minuten abgießen und gut abtropfen lassen. Für mehr Aroma kann ein Teil des Wassers durch Rum ersetzt werden.
- Mehl, Zucker und Salz in einer Rührschüssel vermischen. Eier und Vanille dazugeben und alles glatt verrühren.
- Die Milch nach und nach einarbeiten. Der Teig soll flüssig und klümpchenfrei sein, ungefähr wie ein etwas dickerer Crêpeteig.
- Den Teig 30 Minuten ruhen lassen. Diese Pause ist kein Luxus, denn das Mehl quillt dabei und die fertige Textur wird gleichmäßiger.
- Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Form großzügig buttern und die Backpflaumen darin verteilen.
- Den Teig darüber gießen und den Auflauf auf der mittleren Schiene etwa 45 bis 55 Minuten backen.
- Die Form herausnehmen und das Dessert mindestens 15 Minuten abkühlen lassen. Die Mitte darf beim Herausnehmen noch leicht wackeln, da sie beim Abkühlen nachzieht.
So stimmen Konsistenz und Geschmack
Der häufigste Fehler ist ein zu trockener Auflauf. Das passiert meist, wenn zu viel Mehl verwendet oder die Form zu lange im Ofen gelassen wird. Der Teig sollte nach dem Backen am Rand fest sein, während die Mitte noch sanft zittert.
Auch die Temperatur der Zutaten macht einen Unterschied. Milch und Eier aus dem Kühlschrank funktionieren zwar, verbinden sich aber langsamer. Mit leicht temperierten Zutaten wird der Teig homogener und die Oberfläche backt gleichmäßiger.
Die Backpflaumen sollten nicht direkt aus der Packung in die Form wandern. Durch das kurze Einweichen werden sie weicher und verteilen ihre Süße besser im Teig. Besonders aromatisch wird das Dessert, wenn die Früchte in schwarzem Tee, Apfelsaft oder etwas Rum quellen.
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Die Mitte bleibt sehr flüssig | Zu kurze Backzeit oder sehr tiefe Form | Weitere 5 bis 10 Minuten backen und danach ruhen lassen |
| Der Auflauf wird trocken | Zu lange gebacken oder zu viel Mehl | Bei 180 °C bleiben und die Mitte früher prüfen |
| Die Oberfläche reißt stark | Zu hohe Hitze oder zu viel Oberhitze | Mittlere Schiene verwenden und nicht stärker als 190 °C backen |
| Der Geschmack wirkt flach | Zu wenig Salz, Vanille oder Fruchtaroma | Eine Prise Salz und eingeweichte Pflaumen verwenden |
Varianten und passende Alternativen
Die klassische Version lebt von Backpflaumen, ist aber nicht die einzige Möglichkeit. In Frankreich findet man auch Varianten mit getrockneten Aprikosen, Äpfeln oder Rosinen. Diese Abwandlungen sind praktisch, wenn Backpflaumen nicht beliebt sind, schmecken aber etwas heller und weniger würzig.
Mit frischen Früchten
Frische Pflaumen oder Zwetschgen funktionieren ebenfalls, geben jedoch mehr Flüssigkeit ab. Ich würde dann nur etwa 350 bis 400 g verwenden und die Früchte vorher kurz abtropfen lassen. Der Auflauf bleibt dadurch cremig und wird nicht wässrig.
Ohne Alkohol
Rum ist optional und für das Gelingen nicht nötig. Schwarzer Tee, Apfelsaft oder einfach heißes Wasser sind gute Alternativen zum Einweichen. Für Kinder ist Apfelsaft besonders angenehm, weil er die Früchte fruchtig süßt, ohne den Eigengeschmack zu überdecken.
Lesen Sie auch: Kandierte Fruchtschale selber machen - so gelingt sie
Unterschied zum Clafoutis
Beide Desserts werden mit einem flüssigen Eier-Mehl-Teig gebacken. Ein Clafoutis wird traditionell mit Kirschen verbunden und wirkt oft etwas luftiger, während die bretonische Variante meist dichter und puddingartiger bleibt. Die Backpflaumen und die zurückhaltende Süße geben ihr außerdem ein deutlich herberes Aroma.
Servieren, Aufbewahren und typische Fehler
Am besten schmeckt der Auflauf lauwarm oder bei Raumtemperatur. Dann ist die Mitte weich, aber bereits stabil. Puderzucker reicht als Begleitung völlig aus. Wer es üppiger mag, serviert eine kleine Portion Schlagsahne oder ungesüßten Naturjoghurt dazu.
Nach dem Abkühlen lässt sich das Dessert sauberer schneiden. Im Kühlschrank hält es sich abgedeckt etwa zwei Tage. Vor dem Servieren kann man einzelne Stücke bei niedriger Mikrowellenleistung oder kurz im Backofen erwärmen, allerdings wird die Oberfläche dadurch weniger knusprig.
Von starkem Süßen würde ich abraten. Die Backpflaumen bringen bereits viel Aroma mit, und ein Zuckergehalt von rund 100 g auf 500 ml Milch reicht normalerweise aus. Zu viel Zucker macht die Oberfläche schnell dunkel, während die Mitte noch nicht fest ist.Ebenso ungünstig ist eine sehr kleine, tiefe Form. Darin braucht der Teig länger, bis er durchgegart ist, und die Ränder sind dann oft schon trocken. Eine breite Form mit einer Teighöhe von ungefähr 3 bis 4 Zentimetern liefert das ausgewogenste Ergebnis.
Ein Dessert für ruhige Nachmittage
Der Reiz dieses bretonischen Ofendesserts liegt nicht in komplizierten Techniken, sondern in der Balance aus wenigen Zutaten. Wer die Früchte einweicht, den Teig ruhen lässt und die Mitte nicht überbackt, bekommt ein Ergebnis, das zugleich bodenständig und überraschend elegant wirkt.
Ich serviere ihn am liebsten lauwarm mit nur wenig Puderzucker. So bleiben Vanille, Milch und die dunkle Fruchtnote der Backpflaumen klar erkennbar, und genau diese schlichte Kombination macht den Klassiker für mich so überzeugend.