Far Breton mit Backpflaumen - cremiges Rezept aus der Bretagne

Saftiger Far Breton mit saftigen Pflaumen, goldbraun gebacken. Ein Stück bretonischer Genuss.

Geschrieben von

Ernestine Hartung

Veröffentlicht am

19. Mai 2026

Inhaltsverzeichnis

Ein guter far breton ist weder Kuchen noch klassischer Pudding, sondern ein französischer Ofendessert aus der Bretagne mit cremiger Mitte und leicht gebräunter Oberfläche. Ich zeige, welche Zutaten den typischen Geschmack ausmachen, wie das Rezept zuverlässig gelingt und warum eingeweichte Backpflaumen dabei eine so wichtige Rolle spielen.

Das Wichtigste für ein gelungenes bretonisches Ofendessert

  • Herkunft: Der Auflauf stammt aus der Bretagne und erinnert an einen festen Eierpudding.
  • Grundzutaten: Milch, Eier, Mehl, Zucker und Backpflaumen bilden das klassische Rezept.
  • Backzeit: Bei etwa 180 °C braucht der Dessertauflauf meist 45 bis 55 Minuten.
  • Entscheidend: Der Teig sollte vor dem Backen ruhen, damit Mehl und Flüssigkeit gut miteinander verbinden.
  • Servieren: Lauwarm schmeckt die Spezialität besonders cremig, gekühlt wird sie deutlich kompakter.

Goldbrauner, aufgegangener Far Breton auf einem Teller, daneben Eier und eine Packung Mehl.

Was den Far Breton so besonders macht

Die bretonische Spezialität gehört zur Familie der einfachen Ofendesserts. Ihr Teig besteht aus wenigen Zutaten, die ähnlich wie bei einem Crêpe verrührt werden. Im Ofen entsteht daraus jedoch kein dünner Pfannkuchen, sondern eine weiche, puddingartige Masse mit goldbrauner Kruste.

Traditionell kommen entsteinte Backpflaumen hinein. Sie bringen Süße, Fruchtigkeit und eine leicht karamellige Note mit. Manche Familien bereiten den Auflauf auch ohne Früchte zu, doch für mich gehört die Kombination aus cremigem Teig und saftigen Pflaumen zum eigentlichen Charakter des Desserts.

In der Bretagne wird das Gericht häufig als farz forn bezeichnet, also sinngemäß als im Ofen gebackener Teig. Der Name erklärt die Zubereitung besser als die deutsche Bezeichnung „Pflaumenauflauf“, denn die Konsistenz liegt zwischen Flan, Clafoutis und festem Milchpudding.

Das klassische Rezept mit Backpflaumen

Die folgende Menge reicht für eine runde Form mit etwa 24 Zentimetern Durchmesser und ergibt ungefähr 6 Portionen. Ich empfehle eine flache Keramik- oder Glasform, weil der Teig darin gleichmäßig stockt und die Oberfläche schön bräunt.

Zutaten

  • 500 ml Vollmilch
  • 4 Eier, Größe M
  • 100 g Weizenmehl, Type 405 oder 550
  • 100 g Zucker
  • 200 g entsteinte Backpflaumen
  • 20 g Butter für die Form
  • 1 Prise Salz
  • 1 Teelöffel Vanilleextrakt oder 1 Päckchen Vanillezucker
  • optional 2 Esslöffel Rum

Zubereitung

  1. Die Backpflaumen in eine Schüssel geben und mit heißem Wasser übergießen. Nach etwa 20 Minuten abgießen und gut abtropfen lassen. Für mehr Aroma kann ein Teil des Wassers durch Rum ersetzt werden.
  2. Mehl, Zucker und Salz in einer Rührschüssel vermischen. Eier und Vanille dazugeben und alles glatt verrühren.
  3. Die Milch nach und nach einarbeiten. Der Teig soll flüssig und klümpchenfrei sein, ungefähr wie ein etwas dickerer Crêpeteig.
  4. Den Teig 30 Minuten ruhen lassen. Diese Pause ist kein Luxus, denn das Mehl quillt dabei und die fertige Textur wird gleichmäßiger.
  5. Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Form großzügig buttern und die Backpflaumen darin verteilen.
  6. Den Teig darüber gießen und den Auflauf auf der mittleren Schiene etwa 45 bis 55 Minuten backen.
  7. Die Form herausnehmen und das Dessert mindestens 15 Minuten abkühlen lassen. Die Mitte darf beim Herausnehmen noch leicht wackeln, da sie beim Abkühlen nachzieht.
Wer eine kräftigere Kruste mag, kann in den letzten 5 Minuten die Temperatur auf 190 °C erhöhen. Ich würde den Auflauf aber nicht zu dunkel backen, denn eine harte Oberfläche nimmt ihm genau jene feine Cremigkeit, die ihn von gewöhnlichem Rührkuchen unterscheidet.

So stimmen Konsistenz und Geschmack

Der häufigste Fehler ist ein zu trockener Auflauf. Das passiert meist, wenn zu viel Mehl verwendet oder die Form zu lange im Ofen gelassen wird. Der Teig sollte nach dem Backen am Rand fest sein, während die Mitte noch sanft zittert.

Auch die Temperatur der Zutaten macht einen Unterschied. Milch und Eier aus dem Kühlschrank funktionieren zwar, verbinden sich aber langsamer. Mit leicht temperierten Zutaten wird der Teig homogener und die Oberfläche backt gleichmäßiger.

Die Backpflaumen sollten nicht direkt aus der Packung in die Form wandern. Durch das kurze Einweichen werden sie weicher und verteilen ihre Süße besser im Teig. Besonders aromatisch wird das Dessert, wenn die Früchte in schwarzem Tee, Apfelsaft oder etwas Rum quellen.

Beobachtung Wahrscheinliche Ursache Was hilft
Die Mitte bleibt sehr flüssig Zu kurze Backzeit oder sehr tiefe Form Weitere 5 bis 10 Minuten backen und danach ruhen lassen
Der Auflauf wird trocken Zu lange gebacken oder zu viel Mehl Bei 180 °C bleiben und die Mitte früher prüfen
Die Oberfläche reißt stark Zu hohe Hitze oder zu viel Oberhitze Mittlere Schiene verwenden und nicht stärker als 190 °C backen
Der Geschmack wirkt flach Zu wenig Salz, Vanille oder Fruchtaroma Eine Prise Salz und eingeweichte Pflaumen verwenden

Varianten und passende Alternativen

Die klassische Version lebt von Backpflaumen, ist aber nicht die einzige Möglichkeit. In Frankreich findet man auch Varianten mit getrockneten Aprikosen, Äpfeln oder Rosinen. Diese Abwandlungen sind praktisch, wenn Backpflaumen nicht beliebt sind, schmecken aber etwas heller und weniger würzig.

Mit frischen Früchten

Frische Pflaumen oder Zwetschgen funktionieren ebenfalls, geben jedoch mehr Flüssigkeit ab. Ich würde dann nur etwa 350 bis 400 g verwenden und die Früchte vorher kurz abtropfen lassen. Der Auflauf bleibt dadurch cremig und wird nicht wässrig.

Ohne Alkohol

Rum ist optional und für das Gelingen nicht nötig. Schwarzer Tee, Apfelsaft oder einfach heißes Wasser sind gute Alternativen zum Einweichen. Für Kinder ist Apfelsaft besonders angenehm, weil er die Früchte fruchtig süßt, ohne den Eigengeschmack zu überdecken.

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Unterschied zum Clafoutis

Beide Desserts werden mit einem flüssigen Eier-Mehl-Teig gebacken. Ein Clafoutis wird traditionell mit Kirschen verbunden und wirkt oft etwas luftiger, während die bretonische Variante meist dichter und puddingartiger bleibt. Die Backpflaumen und die zurückhaltende Süße geben ihr außerdem ein deutlich herberes Aroma.

Servieren, Aufbewahren und typische Fehler

Am besten schmeckt der Auflauf lauwarm oder bei Raumtemperatur. Dann ist die Mitte weich, aber bereits stabil. Puderzucker reicht als Begleitung völlig aus. Wer es üppiger mag, serviert eine kleine Portion Schlagsahne oder ungesüßten Naturjoghurt dazu.

Nach dem Abkühlen lässt sich das Dessert sauberer schneiden. Im Kühlschrank hält es sich abgedeckt etwa zwei Tage. Vor dem Servieren kann man einzelne Stücke bei niedriger Mikrowellenleistung oder kurz im Backofen erwärmen, allerdings wird die Oberfläche dadurch weniger knusprig.

Von starkem Süßen würde ich abraten. Die Backpflaumen bringen bereits viel Aroma mit, und ein Zuckergehalt von rund 100 g auf 500 ml Milch reicht normalerweise aus. Zu viel Zucker macht die Oberfläche schnell dunkel, während die Mitte noch nicht fest ist.

Ebenso ungünstig ist eine sehr kleine, tiefe Form. Darin braucht der Teig länger, bis er durchgegart ist, und die Ränder sind dann oft schon trocken. Eine breite Form mit einer Teighöhe von ungefähr 3 bis 4 Zentimetern liefert das ausgewogenste Ergebnis.

Ein Dessert für ruhige Nachmittage

Der Reiz dieses bretonischen Ofendesserts liegt nicht in komplizierten Techniken, sondern in der Balance aus wenigen Zutaten. Wer die Früchte einweicht, den Teig ruhen lässt und die Mitte nicht überbackt, bekommt ein Ergebnis, das zugleich bodenständig und überraschend elegant wirkt.

Ich serviere ihn am liebsten lauwarm mit nur wenig Puderzucker. So bleiben Vanille, Milch und die dunkle Fruchtnote der Backpflaumen klar erkennbar, und genau diese schlichte Kombination macht den Klassiker für mich so überzeugend.

Häufig gestellte Fragen

Der Teig sollte etwa 30 Minuten ruhen, damit das Mehl quellen kann. Dadurch verbinden sich Mehl und Flüssigkeit besser, und die Konsistenz wird gleichmäßiger.

Bei 180 °C braucht der Auflauf meist 45 bis 55 Minuten. Der Rand sollte fest sein, während die Mitte noch leicht zittert. Ist sie sehr flüssig, helfen weitere 5 bis 10 Minuten Backzeit.

Die entsteinten Backpflaumen werden etwa 20 Minuten mit heißem Wasser übergossen und anschließend gut abgetropft. Für mehr Aroma eignen sich auch schwarzer Tee, Apfelsaft oder etwas Rum zum Einweichen.

Clafoutis wird traditionell mit Kirschen zubereitet und wirkt oft etwas luftiger. Far Breton bleibt meist dichter und puddingartiger, während Backpflaumen ihm ein herberes, würzigeres Aroma geben.

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Ernestine Hartung

Ernestine Hartung

Ich bin Ernestine und interessiere mich seit 12 Jahren für internationale Rezepte, Gewürze und Getränke. Meine Reise in diese Welt begann mit einer tiefen Neugier für die kulinarischen Traditionen verschiedener Kulturen. Auf adria-seckenheim.de teile ich meine Erkenntnisse, stets bestrebt, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und praktische Anleitungen zu geben. Dabei lege ich Wert darauf, dass meine Informationen fundiert und aktuell sind, damit Sie sich sicher in der Vielfalt der globalen Küche bewegen können.

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