Nem Ran selber machen - knusprige vietnamesische Frühlingsrollen

Knusprige Frühlingsrollen mit Minze auf einem Teller. Eine ist aufgebissen, man sieht die Füllung. Nem ran!

Geschrieben von

Ernestine Hartung

Veröffentlicht am

12. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Knusprige vietnamesische Frühlingsrollen gelingen auch in der heimischen Küche, wenn Füllung, Reispapier und Öltemperatur zusammenspielen. In diesem Rezept zeige ich, wie Nem Ran zubereitet, sicher gerollt und zweimal goldbraun ausgebacken werden. Dazu kommen praktische Tipps für eine trockene Füllung, passende Beilagen und fleischlose Varianten.

So werden vietnamesische Frühlingsrollen besonders knusprig

  • Füllung: Hackfleisch, Glasnudeln, Mu-Err-Pilze und Gemüse sorgen für Würze und Biss.
  • Reispapier: Nur kurz anfeuchten, sonst reißen die Rollen oder werden weich.
  • Frittieren: Zwei Durchgänge bei etwa 160 und 180 °C bringen die beste Kruste.
  • Servieren: Mit Kräutern, Salat und süß-saurer Fischsauce schmecken sie besonders ausgewogen.
  • Zubereitungszeit: Für etwa 16 Rollen sollten Sie rund 60 Minuten einplanen.

Knusprige Frühlingsrollen, gefüllt mit Reisnudeln und Gemüse, liegen auf einem Teller. Dazu gibt es eine grüne Dip-Sauce und Stäbchen. Ein leckerer Snack, nem ran!

Was Nem Ran von gewöhnlichen Frühlingsrollen unterscheidet

In Nordvietnam heißen diese frittierten Rollen Nem rán, im Süden ist eher die Bezeichnung Chả giò verbreitet. Gemeint ist eine gefüllte Rolle mit dünner Hülle, die in heißem Öl knusprig ausgebacken und nicht mit den frischen Sommerrollen aus weichem Reispapier verwechselt werden sollte.

Die traditionelle Füllung verbindet Schweinehack, Glasnudeln, Gemüse und getrocknete Pilze. Ich mag diese Kombination, weil sie trotz der kräftigen Würzung nicht schwer wirkt. Die Pilze geben Tiefe, die Karotte etwas Süße und die Glasnudeln nehmen die aromatische Flüssigkeit aus der Füllung auf.

Für vier Personen rechne ich mit 16 kleineren Rollen. Sie eignen sich als Vorspeise, mit Reisnudeln und Salat aber auch als vollständige Mahlzeit.

Die richtigen Zutaten für 16 knusprige Rollen

Die Mengen sind so abgestimmt, dass die Füllung aromatisch bleibt, ohne das Reispapier zu überladen. Besonders wichtig ist, dass Gemüse und Pilze nach dem Einweichen gut abgetropft werden.

  • 16 runde Blätter Reispapier, etwa 22 cm Durchmesser
  • 300 g Schweinehackfleisch
  • 40 g Glasnudeln
  • 15 g getrocknete Mu-Err-Pilze
  • 1 kleine Karotte
  • 100 g Weißkohl
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleines Ei
  • 1 EL Fischsauce
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Speisestärke
  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • neutrales Öl zum Frittieren, etwa 750 ml

Mu-Err-Pilze finden Sie in gut sortierten Asia-Läden und inzwischen auch in vielen größeren Supermärkten. Falls sie nicht erhältlich sind, können Sie ersatzweise fein geschnittene Shiitake verwenden. Das Ergebnis wird dann etwas weicher, bleibt aber aromatisch.

Für eine vegetarische Version ersetze ich das Fleisch durch 200 g festen Tofu und 100 g fein gehackte Shiitake. Die Fischsauce lässt sich durch helle Sojasauce oder eine vegetarische Pilzsauce austauschen. Tofu sollte vorher kräftig ausgedrückt werden, damit die Füllung nicht wässrig wird.

Füllung vorbereiten und Rollen richtig wickeln

Die Mischung trocken und fein halten

Weichen Sie die Glasnudeln etwa 5 Minuten in heißem Wasser ein, schneiden Sie sie anschließend in 3 bis 4 cm lange Stücke und lassen Sie sie vollständig abtropfen. Die Mu-Err-Pilze quellen ebenfalls in heißem Wasser auf und werden danach sehr fein gehackt.

Karotte, Weißkohl, Frühlingszwiebeln und Knoblauch sollten möglichst fein geschnitten werden. Vermischen Sie alle Zutaten mit Hackfleisch, Ei, Fischsauce, Zucker, Pfeffer und Speisestärke. Die Stärke bindet überschüssige Feuchtigkeit und hilft dabei, dass die Füllung beim Frittieren zusammenhält.

Ich brate von der Mischung immer zuerst einen kleinen Probeklops in der Pfanne. So kann ich Salz, Pfeffer und Fischsauce korrigieren, bevor alle Rollen gefüllt sind. Roh wirkt die Masse oft milder, als sie nach dem Garen schmeckt.

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Reispapier ohne Risse formen

  1. Legen Sie ein Reispapierblatt auf ein sauberes, leicht feuchtes Küchentuch.
  2. Befeuchten Sie es nur kurz mit Wasser oder tauchen Sie es für etwa 2 Sekunden ein.
  3. Warten Sie 10 bis 15 Sekunden, bis das Blatt biegsam, aber noch nicht völlig weich ist.
  4. Setzen Sie etwa 1½ EL Füllung knapp unterhalb der Mitte auf.
  5. Schlagen Sie die untere Seite über die Füllung, klappen Sie die Seiten ein und rollen Sie die Frühlingsrolle straff auf.

Der häufigste Fehler ist zu langes Einweichen. Das Reispapier wird auf dem Brett noch weicher und reißt dann beim Rollen. Lassen Sie zwischen Füllung und Rand ungefähr 2 cm Abstand, damit die Naht sauber schließt.

Warum zweimaliges Frittieren den größten Unterschied macht

Erhitzen Sie das Öl in einem schweren Topf auf etwa 160 °C. Frittieren Sie die Rollen portionsweise 6 bis 8 Minuten, bis sie fest und hell goldgelb sind. Legen Sie sie auf ein Gitter und lassen Sie sie mindestens 5 Minuten abkühlen.

Für den zweiten Durchgang erhöhen Sie die Temperatur auf 180 °C und frittieren die Rollen weitere 1 bis 2 Minuten. Dabei entsteht die dünne, splitternde Kruste, die ich bei dieser Spezialität am meisten schätze. Ein einziger sehr heißer Durchgang bräunt die Außenseite oft zu schnell, während die Füllung noch nicht gar ist.

Wenn Sie kein Thermometer besitzen, testen Sie das Öl mit einem Holzstäbchen. Steigen daran gleichmäßig kleine Bläschen auf, ist die Temperatur meist passend. Stark rauchendes Öl ist zu heiß und sollte abkühlen.

Durchgang Temperatur Dauer Ziel
Erster Durchgang 160 °C 6-8 Minuten Füllung garen und Hülle stabilisieren
Zweiter Durchgang 180 °C 1-2 Minuten Kruste knusprig ausbacken

Geben Sie nicht zu viele Rollen gleichzeitig in den Topf. Sonst fällt die Öltemperatur ab, die Hüllen saugen sich voll und werden fettig. Ein ausreichend großer Topf und ein Gitter zum Abtropfen machen in der Praxis mehr aus als eine besonders große Menge Öl.

Die passende Sauce und Beilagen

Am klassischsten ist Nước chấm, eine süß-saure vietnamesische Dip-Sauce. Dafür verrühre ich 3 EL warmes Wasser, 2 EL Fischsauce, 2 EL Limettensaft, 1½ EL Zucker, eine fein gehackte Knoblauchzehe und etwas Chili. Abschmecken sollten Sie erst am Ende, denn Fischsaucen unterscheiden sich deutlich in ihrer Salzintensität.

Servieren Sie die Rollen mit knackigem Blattsalat, Minze, Koriander und dünn geschnittenen Gurken. Die frischen Zutaten bringen Säure und Frische auf den Teller. Dazu passen Reisnudeln, falls aus der Vorspeise ein sättigendes Hauptgericht werden soll.

Für Gäste stelle ich die Rollen gern auf einer großen Platte an und serviere die Kräuter separat. So kann jeder selbst entscheiden, wie viel Schärfe und Frische er möchte. Süße Chilisoße ist eine unkomplizierte Alternative, aber die kräftigere Fischsauce passt meiner Meinung nach deutlich besser zum würzigen Inneren.

Typische Fehler und gute Lösungen

  • Die Rollen platzen auf: Meist ist zu viel Füllung im Reispapier oder die Naht wurde nicht fest genug geschlossen.
  • Die Hülle bleibt weich: Häufig war das Öl zu kalt oder der Topf zu voll.
  • Die Füllung ist wässrig: Gemüse, Pilze oder Glasnudeln wurden nicht ausreichend abgetropft.
  • Die Rollen werden außen dunkel: Die Temperatur ist zu hoch oder es wird nur einmal frittiert.
  • Das Reispapier klebt: Die vorbereiteten Rollen dürfen sich nicht berühren. Legen Sie sie mit Abstand auf Backpapier oder ein leicht geöltes Brett.
Ungegarte Rollen können Sie einige Stunden im Kühlschrank aufbewahren, sollten sie aber nicht übereinander stapeln. Bereits frittierte Exemplare lassen sich bei 200 °C im Backofen etwa 8 bis 10 Minuten aufknuspern. In der Mikrowelle werden sie dagegen fast immer weich.

Ein kleiner Küchenplan für entspanntes Servieren

Bereiten Sie die Füllung bis zu einen Tag vorher zu und lagern Sie sie gut abgedeckt im Kühlschrank. Das Rollen erledigen Sie am besten kurz vor dem Frittieren, weil feuchtes Reispapier mit der Zeit klebrig wird.

Für eine größere Runde können Sie die erste Frittierrunde vorziehen und die Rollen später gemeinsam ein zweites Mal ausbacken. So kommen alle gleichzeitig mit einer frischen, knusprigen Kruste auf den Tisch. Genau diese Kombination aus würziger Füllung, knackiger Hülle und frischen Kräutern macht die vietnamesischen Frühlingsrollen für mich so überzeugend.

Häufig gestellte Fragen

Beim ersten Durchgang bei etwa 160 °C garen die Füllung und stabilisiert sich die Hülle. Nach mindestens 5 Minuten Abkühlzeit sorgt der zweite Durchgang bei 180 °C für eine besonders knusprige Kruste.

Das Reispapier nur etwa 2 Sekunden in Wasser tauchen und anschließend 10 bis 15 Sekunden warten. Es sollte biegsam, aber noch nicht vollständig weich sein. Lassen Sie außerdem etwa 2 cm Abstand zum Rand und verwenden Sie ungefähr 1½ EL Füllung pro Rolle.

Glasnudeln, Mu-Err-Pilze und Gemüse müssen nach dem Einweichen beziehungsweise Waschen gut abtropfen. Speisestärke bindet überschüssige Feuchtigkeit. Frittieren Sie die Rollen portionsweise, damit die Öltemperatur nicht zu stark abfällt.

Ersetzen Sie die 300 g Schweinehackfleisch durch 200 g festen, gut ausgedrückten Tofu und ergänzen Sie 100 g fein gehackte Shiitake. Statt Fischsauce eignen sich helle Sojasauce oder vegetarische Pilzsauce.

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Ernestine Hartung

Ernestine Hartung

Ich bin Ernestine und interessiere mich seit 12 Jahren für internationale Rezepte, Gewürze und Getränke. Meine Reise in diese Welt begann mit einer tiefen Neugier für die kulinarischen Traditionen verschiedener Kulturen. Auf adria-seckenheim.de teile ich meine Erkenntnisse, stets bestrebt, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und praktische Anleitungen zu geben. Dabei lege ich Wert darauf, dass meine Informationen fundiert und aktuell sind, damit Sie sich sicher in der Vielfalt der globalen Küche bewegen können.

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