Eine gute Nuss-Nougat-Creme braucht keine lange Zutatenliste. Entscheidend sind kräftig geröstete Haselnüsse, ein leistungsfähiger Mixer und das richtige Verhältnis von Schokolade, Kakao und Fett. Ich zeige, wie die Creme zu Hause gelingt, welche Konsistenz realistisch ist, wie sich Zucker und Süße anpassen lassen und warum die selbst gemachte Variante anders gelagert werden muss als ein gekauftes Produkt.
Mit wenigen Zutaten zur aromatischen Schokocreme
- 200 g Haselnüsse ergeben ungefähr zwei kleine Gläser Aufstrich.
- Rösten bringt deutlich mehr Geschmack als größere Mengen Zucker.
- Für eine glatte Creme braucht der Mixer meist 8 bis 12 Minuten.
- Die Konsistenz lässt sich mit neutralem Öl oder Kakaobutter feinjustieren.
- Hausgemachte Creme hält sich gekühlt meist 1 bis 2 Wochen.

Die richtige Basis für selbst gemachte Nuss-Nougat-Creme
Ich verwende am liebsten ganze Haselnüsse und röste sie selbst. Fertiges Haselnussmus spart zwar Zeit, aber beim Rösten entwickelt sich das typische warme Nougat-Aroma, das den Aufstrich besonders macht. Die dünne Haut muss nicht vollständig entfernt werden, denn ein wenig davon sorgt für mehr Tiefe und spart unnötige Arbeit.
| Zutat | Menge | Aufgabe |
|---|---|---|
| Haselnüsse | 200 g | Aromatische und cremige Grundlage |
| Zartbitterschokolade | 80 g | Schokoladengeschmack und Festigkeit |
| Backkakao | 20 g | Intensiviert die Kakaonote |
| Puderzucker | 50 bis 70 g | Süße ohne störende Zuckerkristalle |
| Neutrales Öl oder Kakaobutter | 30 bis 45 g | Macht die Creme streichfähig |
| Vanille und Salz | Nach Geschmack | Rundet das Aroma ab |
Bei der Schokolade empfehle ich einen Kakaoanteil von 55 bis 70 Prozent. Milchschokolade macht die Creme milder, verlangt aber meist nach weniger zusätzlichem Zucker. Eine kleine Prise Salz klingt unscheinbar, macht geschmacklich aber einen größeren Unterschied als ein weiterer Löffel Vanille.
Nuss-Nougat-Creme selber machen in wenigen Schritten
1. Haselnüsse rösten
Den Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Haselnüsse auf einem Blech verteilen und etwa 10 bis 12 Minuten rösten, bis sie duften und leicht Farbe annehmen. Sie sollten nicht dunkelbraun werden, sonst schmeckt die Creme schnell bitter.
Die warmen Nüsse in ein sauberes Küchentuch geben und kräftig aneinanderreiben. Dabei löst sich ein Teil der Schale. Ich entferne nur die Haut, die sich leicht ablösen lässt, und lasse den Rest einfach dran.
2. Haselnüsse zu Mus verarbeiten
Die noch warmen Nüsse in einen kräftigen Mixer oder Food-Prozessor geben. Zuerst entstehen grobe Krümel, danach eine dicke Paste und schließlich ein glänzendes Mus. Je nach Gerät dauert das 8 bis 12 Minuten; zwischendurch die Masse von den Wänden lösen und dem Motor kurze Pausen gönnen.
3. Schokolade und Zutaten einarbeiten
Die Schokolade grob hacken und über einem warmen Wasserbad schmelzen. Anschließend Schokolade, Kakao, Puderzucker, Vanille, Salz und zunächst 30 g Öl zum Haselnussmus geben. Alles mixen, bis die Creme gleichmäßig glänzt. Ist sie zu fest, hilft jeweils ein weiterer Teelöffel Öl.
4. Abfüllen und abkühlen lassen
Die fertige Creme in ein sauberes, trockenes Schraubglas füllen und bei Raumtemperatur abkühlen lassen. Direkt nach dem Mixen wirkt sie oft dünner, als sie später ist. Nach einigen Stunden wird sie durch die Schokolade fester, bleibt bei Zimmertemperatur aber streichfähig.
Was über Geschmack und Konsistenz entscheidet
Der größte Fehler ist, die Nüsse zu kurz zu mixen. Eine grobe Nussmasse kann lecker sein, wird aber niemals so glatt wie ein industrieller Aufstrich. Für eine besonders feine Textur sollte der Mixer ausreichend Leistung haben und die Nüsse dürfen beim Verarbeiten leicht warm bleiben.
- Zu fest: 1 bis 2 Teelöffel neutrales Öl oder flüssige Kakaobutter einarbeiten.
- Zu flüssig: etwas geschmolzene Schokolade oder gemahlene Haselnüsse ergänzen.
- Zu bitter: eine kleine Menge Puderzucker und eine Prise Salz ausgleichen.
- Zu körnig: länger mixen und die Nussmasse zwischendurch vom Rand lösen.
- Zu süß: mit Backkakao, Zartbitterschokolade und etwas Salz gegensteuern.
Auch die Temperatur spielt eine Rolle. Im Kühlschrank wird der Aufstrich deutlich fester, weil Schokolade und Kakaobutter anziehen. Ich lasse ein gekühltes Glas daher 15 bis 20 Minuten stehen, bevor ich es auf Brot streiche.
Varianten für weniger Zucker, vegane Ernährung und mehr Biss
Weniger süße Schokocreme
Mit 50 g Puderzucker schmeckt die Creme bereits angenehm süß, besonders wenn Milchschokolade verwendet wird. Wer den Geschmack gerösteter Nüsse stärker hervorheben möchte, nimmt Zartbitterschokolade und reduziert den Zucker auf 30 bis 40 g.
Vegane Version
Für eine vegane Variante genügen vegane Zartbitterschokolade und ein pflanzliches Fett. Kakaobutter sorgt für ein kräftiges Schokoladenaroma, Rapsöl für eine weichere Konsistenz. Milch oder Sahne würde ich hier nicht ergänzen, weil sie die Haltbarkeit verkürzen und die Creme schneller verderblich machen.
Crunchy-Nuss-Nougat-Creme
Für etwas Biss etwa 30 g geröstete Haselnüsse grob hacken und erst am Ende unterheben. Das funktioniert besser, als den gesamten Aufstrich kürzer zu mixen. So bleibt die Basis cremig und die Stückchen sind gleichmäßig verteilt.
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Abwechslung mit anderen Nüssen
Mandeln schmecken milder, Cashews ergeben eine sehr weiche Creme und Erdnüsse bringen eine deutlich herzhaftere Note. Bei jeder Abwandlung sollten die Nüsse ebenfalls geröstet werden, denn die Röstung ist wichtiger als die Nusssorte.
Haltbarkeit, Lagerung und leckere Verwendung
Da selbst gemachte Creme keine industriellen Konservierungsstoffe enthält, fülle ich sie nur in hygienisch saubere Gläser und bewahre sie im Kühlschrank auf. Eine Variante ohne Milch oder Sahne hält sich dort meist 1 bis 2 Wochen. Mit Milchprodukten sollte sie innerhalb von etwa 5 bis 7 Tagen verbraucht werden.
Ein kühler Aufbewahrungsort ist sicherer, macht den Aufstrich aber fester. Bei unangenehmem Geruch, Schimmel, ungewöhnlicher Flüssigkeit an der Oberfläche oder ranzigem Geschmack gehört die Creme vollständig entsorgt. Kleine Mengen zu kochen ist deshalb sinnvoller, als gleich mehrere große Gläser herzustellen.
Natürlich passt die Creme auf Brot und Brötchen, aber ich verwende sie auch für Crêpes, Pfannkuchen, Porridge und Desserts. Besonders gut schmeckt sie mit säuerlichen Früchten wie Himbeeren oder Johannisbeeren, weil deren Frische die süße Schokolade ausbalanciert.
Der wichtigste Kniff für den nächsten Versuch
Wenn ich nur einen Rat weitergeben dürfte, wäre es dieser: nicht am Rösten und Mixen sparen. Die Zutaten selbst sind unkompliziert, doch erst gut geröstete Nüsse und geduldiges Verarbeiten machen aus einer süßen Schokoladenmasse eine aromatische Nuss-Nougat-Creme.
Für den ersten Versuch würde ich die Grundmenge unverändert zubereiten und erst danach die Süße anpassen. So lässt sich die eigene Lieblingsversion leicht finden, ohne dass die Creme durch zu viel Öl, Kakao oder Zucker ihre Balance verliert.