Wie viel Zimt ist unbedenklich? Cassia, Ceylon und Cumarin

Zwei Zimtstangen im Detail. Die Frage "wieviel Zimt am Tag" beschäftigt viele, doch diese Aufnahme zeigt nur die reine Form des Gewürzes.

Geschrieben von

Jenny Körner

Veröffentlicht am

17. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Ein wenig Zimt im Milchreis, Kaffee oder Gebäck ist für gesunde Erwachsene normalerweise kein Problem. Entscheidend ist jedoch, wie viel Zimt regelmäßig auf dem Speiseplan landet und ob es sich um Cassia- oder Ceylon-Zimt handelt. Ich zeige, welche Mengen im Alltag vernünftig sind, warum Cumarin eine Rolle spielt und wann ich lieber zur milderen Zimtsorte greife.

Die wichtigsten Mengen auf einen Blick

  • Gelegentlich: Kleine Mengen im Essen sind für gesunde Erwachsene in der Regel unproblematisch.
  • Cassia-Zimt: Bei 60 kg Körpergewicht gelten etwa 2 g täglich als grobe Orientierung, wenn man den durchschnittlichen Cumaringehalt zugrunde legt.
  • Ceylon-Zimt: Enthält deutlich weniger Cumarin und eignet sich besser für regelmäßigen Gebrauch.
  • Kinder: Wegen des geringeren Körpergewichts ist die verträgliche Menge deutlich kleiner.
  • Nahrungsergänzung: Zimtkapseln sind wesentlich konzentrierter und sollten nicht ohne gute Begründung eingenommen werden.

Wie viel Zimt am Tag ist unbedenklich

Eine offiziell für alle Menschen gültige „Zimt-Tagesdosis“ gibt es nicht. Für die Einschätzung ist vor allem Cumarin entscheidend. Dieser natürliche Aromastoff kommt in Cassia-Zimt in deutlich größeren Mengen vor und kann bei langfristig hoher Aufnahme die Leber belasten.

Das BfR und die EFSA orientieren sich an einer tolerierbaren täglichen Aufnahme von 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert bezieht sich auf Cumarin aus allen Quellen, nicht nur aus Zimt. Bei einem Erwachsenen mit 60 Kilogramm Körpergewicht wären das 6 Milligramm Cumarin pro Tag.

Durchschnittlicher Cassia-Zimt enthält ungefähr 3 Milligramm Cumarin pro Gramm Zimt. Daraus ergibt sich für eine 60 Kilogramm schwere Person eine grobe Orientierung von etwa 2 Gramm Cassia-Zimt pro Tag. Das entspricht ungefähr einem gestrichenen Teelöffel, wobei Gewicht und Volumen je nach Mahlgrad deutlich schwanken können.

Körpergewicht Grobe Orientierung bei durchschnittlichem Cassia-Zimt
15 kg etwa 0,5 g pro Tag
30 kg etwa 1 g pro Tag
60 kg etwa 2 g pro Tag
70 kg etwa 2,3 g pro Tag

Diese Zahlen sind keine exakten Höchstmengen. Der Cumaringehalt kann je nach Sorte, Herkunft und Ernte stark variieren. Bei sehr cumarinreichem Cassia-Zimt kann die rechnerisch passende Menge deutlich niedriger liegen.

Zwei Zimtstangen im Detail. Die Frage

Warum die Zimtsorte den Unterschied macht

Im Supermarkt wird Zimt häufig einfach als Zimt verkauft. Für die tägliche Verwendung lohnt sich aber ein genauer Blick auf die Packung, denn Cassia und Ceylon sind nicht dasselbe.

Cassia-Zimt schmeckt kräftig und enthält mehr Cumarin

Cassia-Zimt ist meist dunkler, kräftiger und etwas schärfer. Er stammt häufig aus China, Indonesien oder Vietnam und ist in Deutschland die verbreitetere und günstigere Sorte. Sein höherer Cumaringehalt ist der Grund, warum ich ihn eher für gelegentliches Backen oder einzelne Gerichte verwende.

Ceylon-Zimt ist milder und cumarinarm

Ceylon-Zimt stammt ursprünglich aus Sri Lanka und schmeckt feiner, süßlicher und weniger scharf. Die dünnen Rindenlagen sind bei Zimtstangen gut erkennbar. Er enthält deutlich weniger Cumarin und ist deshalb die bessere Wahl, wenn täglich Zimt in Haferbrei, Joghurt oder Getränken landen soll.

„Cumarinarm“ bedeutet allerdings nicht automatisch, dass man beliebig große Mengen essen sollte. Auch Ceylon-Zimt bleibt ein Gewürz und kein Nahrungsergänzungsmittel. Für den normalen Küchengebrauch sehe ich bei dieser Sorte jedoch deutlich weniger Anlass zur Sorge.

So lässt sich die Menge im Alltag einschätzen

Die meisten Menschen essen Zimt nicht löffelweise, sondern verteilen ihn auf verschiedene Speisen. Ein halber Teelöffel im Apfelkompott, eine Prise im Kaffee und etwas Zimt im Gebäck ergeben meist eine überschaubare Tagesmenge. Problematischer wird es, wenn zusätzlich täglich Zimtkapseln oder große Mengen als angebliches Hausmittel verwendet werden.

Als praktische Orientierung nutze ich diese Einteilung:

  • Eine Prise bis etwa 0,5 g: typische Menge für Kaffee, Obst oder eine einzelne Portion Milchreis.
  • Etwa 1 g: passend für ein Frühstück wie Porridge oder mehrere Portionen Kompott.
  • Rund 2 g Cassia-Zimt täglich: bei 60 kg Körpergewicht bereits eine Größenordnung, die man nicht dauerhaft überschreiten sollte.
  • Mehrere Gramm über längere Zeit: besonders bei Cassia-Zimt keine gute Gewohnheit.

Ein häufiger Denkfehler ist, die Menge nur nach dem Teelöffel zu beurteilen. Ein locker gefüllter Löffel kann deutlich weniger wiegen als ein kompakt gefüllter. Wer täglich größere Mengen verwendet, fährt mit einer kleinen Küchenwaage zuverlässiger als mit Augenmaß.

Beim Backen verteilt sich das Gewürz zudem auf viele Portionen. Ein Kuchen mit 4 Gramm Zimt liefert pro Stück wesentlich weniger als ein Getränk, in das dieselbe Menge direkt eingerührt wird. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Gesamtmenge im Rezept, sondern auch, wie viele Portionen daraus entstehen.

Wann ich bei Zimt besonders vorsichtig wäre

Für gesunde Erwachsene ist gelegentlicher Zimtverzehr normalerweise kein Grund zur Beunruhigung. Vorsicht ist vor allem bei regelmäßig hohen Mengen, konzentrierten Präparaten und einem geringen Körpergewicht sinnvoll.

Kinder brauchen deutlich weniger

Bei Kindern wird der Richtwert schneller erreicht, weil sich die Cumarinmenge auf weniger Körperkilogramm verteilt. Bei einem Kind mit 15 Kilogramm Körpergewicht können 0,5 Gramm durchschnittlicher Cassia-Zimt pro Tag bereits eine relevante Größenordnung sein. Das ist ungefähr die Menge, die in manchen stark zimthaltigen Süßigkeiten steckt.

Bei Leberproblemen nicht experimentieren

Wer eine Lebererkrankung hat, regelmäßig Medikamente einnimmt oder Zimt in Form von Kapseln verwenden möchte, sollte die Einnahme vorher ärztlich oder in der Apotheke abklären. Ich würde in solchen Fällen nicht versuchen, eine vermeintliche Gesundheitswirkung mit hohen Dosen zu erzwingen.

Zimtpräparate sind nicht mit Küchenmengen vergleichbar

Zimtkapseln können ein Vielfaches der üblichen Gewürzmenge enthalten. Außerdem ist auf dem Etikett nicht immer sofort klar, welche Zimtsorte verwendet wurde und wie viel Cumarin tatsächlich enthalten ist. Für die Küche ist Zimt ein Aroma, für Kapseln dagegen schnell eine konzentrierte tägliche Aufnahme.

So verwende ich Zimt sinnvoll in der Küche

Für gelegentliche Gerichte darf es ruhig Cassia-Zimt sein, besonders wenn ein kräftiger Geschmack gewünscht ist. Für mein tägliches Frühstück würde ich dagegen Ceylon-Zimt wählen. Der Unterschied ist geschmacklich angenehm und reduziert gleichzeitig die Cumarinaufnahme.

  • Für Porridge und Joghurt: eine kleine Prise bis etwa 0,5 g pro Portion reicht meist völlig aus.
  • Für Milchreis und Kompott: Zimt besser nach Geschmack dosieren und nicht automatisch großzügig über jede Portion streuen.
  • Für Gebäck: die Gesamtmenge auf die Zahl der Stücke umrechnen.
  • Für Tee und Kaffee: eine Zimtstange oder eine kleine Prise Pulver sorgt für Aroma, ohne dass viel Gewürz nötig ist.
  • Für regelmäßigen Verzehr: Ceylon-Zimt auf der Verpackung ausdrücklich suchen, statt nur auf die Bezeichnung „Zimt“ zu achten.

Was ich nicht empfehlen würde, ist Zimt trocken in großen Mengen zu essen. Das reizt Mund und Atemwege und bringt gegenüber einer kleinen Menge im Essen keinen überzeugenden Vorteil. Der beste Umgang bleibt schlicht: sparsam würzen, die Sorte beachten und Abwechslung bewahren.

Die vernünftige Zimtmenge hängt von Sorte und Gewohnheit ab

Für den Alltag gibt es keine magische Zahl, die für jeden Menschen passt. Kleine Mengen im Essen sind meist unproblematisch, während bei täglichem Cassia-Zimt ungefähr 2 Gramm für eine 60 Kilogramm schwere Person als grobe Orientierung gelten. Bei Kindern, sehr hohem Konsum oder Zimtkapseln ist deutlich mehr Zurückhaltung angebracht.

Wenn Zimt regelmäßig auf dem Speiseplan steht, ist Ceylon-Zimt für mich die überzeugendere Wahl. So bleibt das Gewürz, was es sein soll: eine aromatische Zutat, die Gerichte spannender macht, ohne dass man aus einem Küchengewürz ein tägliches Hochdosisprodukt machen muss.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Bei durchschnittlichem Cassia-Zimt gelten etwa 2 Gramm täglich als grobe Orientierung. Das entspricht ungefähr einem gestrichenen Teelöffel, wobei der Cumaringehalt je nach Sorte, Herkunft und Ernte deutlich schwanken kann.

Ceylon-Zimt enthält deutlich weniger Cumarin als Cassia-Zimt und ist deshalb die bessere Wahl, wenn täglich Zimt in Porridge, Joghurt oder Getränken verwendet wird. Er sollte trotzdem als Gewürz und nicht als Nahrungsergänzungsmittel betrachtet werden.

Bei Kindern wird der Cumarin-Richtwert wegen des geringeren Körpergewichts schneller erreicht. Für ein Kind mit 15 Kilogramm können 0,5 Gramm durchschnittlicher Cassia-Zimt pro Tag bereits eine relevante Größenordnung sein.

Zimtkapseln können ein Vielfaches der üblichen Gewürzmenge enthalten. Außerdem ist oft nicht sofort erkennbar, welche Zimtsorte verwendet wurde und wie viel Cumarin enthalten ist. Bei Lebererkrankungen, regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder geplanter Kapsel-Einnahme sollte man vorher ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.

Artikel bewerten

Bewertung: 5.00 Stimmenanzahl: 1

Tags:

zimt cumarin cassia-zimt ceylon-zimt nahrungsergänzung

Beitrag teilen

Jenny Körner

Jenny Körner

Ich bin Jenny Körner und seit nunmehr 11 Jahren tauche ich leidenschaftlich in die Welt der internationalen Küche ein. Meine Reise begann mit einer tiefen Faszination für die Vielfalt der Gewürze und Getränke, die ferne Länder und Kulturen miteinander verbinden. Auf adria-seckenheim.de teile ich meine Entdeckungen und Erfahrungen, um Ihnen die Zubereitung authentischer Gerichte aus aller Welt näherzubringen. Dabei lege ich großen Wert darauf, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und Ihnen stets fundierte, nachvollziehbare Informationen zu liefern. Mein Ziel ist es, Ihnen mit nützlichen und gut recherchierten Beiträgen zu helfen, Ihre kulinarischen Horizonte zu erweitern.

Kommentar schreiben